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Anwendungen

Der Frisby Stereotest ist ein diagnostisches Instrument für das Sehen, das in einer Vielzahl klinischer, Screening-, Bildungs- und beruflicher Umgebungen eingesetzt wird.  Die Tests werden von Optometristen (Augenoptikern), Orthoptisten, Augenärzten sowie anderen Fachkräften im Gesundheitswesen und in der Arbeitsmedizin durchgeführt.  Sowohl bei Routineuntersuchungen als auch bei gezielten Abklärungen liefert der Frisby Stereotest eine schnelle, genaue und nicht-invasive Beurteilung des Stereosehens, zeigt, wie gut die Augen zusammenarbeiten, und unterstützt Behandlungsentscheidungen wie Sehtraining, Korrekturgläser oder Überweisungen zur weiteren fachärztlichen Versorgung.


Klinische, pädagogische und berufliche Anwendungen

 

Screening bei Babys und Kindern:

Der Frisby Stereotest eignet sich dank seiner einfachen Anwendung und seines schlichten, aber ansprechenden Designs besonders gut zur Früherkennung von Sehproblemen bei sehr kleinen Kindern. Da keine spezielle Brille erforderlich ist, ist er ideal für das Screening von Säuglingen und Kleinkindern.

Kindergärten und Kitas:

Die Beurteilung des Stereosehens kann ein wichtiger Bestandteil der Einschätzung der Schulreife eines Kindes sein, da es sich auf Hand-Auge-Koordination und Sport, Lesen und die Lernentwicklung auswirken kann.  

Seh- und ärztliche Untersuchungen in den ersten Schuljahren:

Stereotests sind mitunter Teil von Seh-Screening-Programmen an Schulen, um Kinder zu identifizieren, die möglicherweise eine weitere augenärztliche Abklärung durch spezialisierte Augenfachleute benötigen.  Die einzelnen Länder verfolgen unterschiedliche Ansätze bei Seh-Screening-Programmen im frühen Kindesalter.  Im Vereinigten Königreich unterscheiden sich die Vorgaben zwischen England, Wales, Schottland und Nordirland.

Untersuchung Erwachsener für bestimmte Berufe:

Der Frisby Stereotest wird in bestimmten beruflichen Zusammenhängen eingesetzt, um die Eignung für Tätigkeiten in Bereichen wie diesen zu beurteilen:

Eignung für spezielle Fahrtätigkeiten: Gutes Stereosehen – das Tiefenwahrnehmung und räumliches Bewusstsein beeinflusst – ist für das Führen bestimmter Fahrzeuge wichtig, zum Beispiel von Gabelstaplern. Der Frisby Stereotest wurde auch als Methode zur Beurteilung der Stereopsis von Triebfahrzeugführern der französischen Staatsbahn eingesetzt.

Spezialisierte Berufe: Bestimmte Berufe wie Pilot, Chirurg oder Ingenieur erfordern eine präzise Tiefenwahrnehmung und gutes Stereosehen. Der Frisby Stereotest unterstützt die vorgeschriebenen beruflichen Eignungsuntersuchungen für diese Tätigkeiten.

Leistungssport: Im Sport trägt ein ausgezeichnetes Stereosehen zu Hand-Auge-Koordination, Timing und räumlichem Urteilsvermögen bei – alles entscheidend für Spitzenleistungen.  Stereotests, darunter der Frisby, werden eingesetzt, um diese visuellen Fähigkeiten bei Sportlern zu beurteilen.

Berufsberatung für Auszubildende: Bei Berufen, die ausgezeichnete visuomotorische Fähigkeiten und Tiefenwahrnehmung erfordern – Elektriker, Mechaniker und Designer –, können Stereotests helfen, die Berufswahl anhand der visuellen Eignung zu lenken.


Wer verwendet den Frisby Stereotest?

 

Optometristen (Augenoptiker)

In optometrischen Praxen werden Stereotests eingesetzt, um die Qualität des Binokularsehens und der Tiefenwahrnehmung zu beurteilen, und sind Teil einer umfassenden Augenuntersuchung. Auch wenn sich Optometristen (im Vereinigten Königreich auch Opticians genannt) in erster Linie auf Sehkorrektur und Augengesundheit konzentrieren, ist die Beurteilung der Stereopsis bei der Untersuchung von Seheffizienz und Koordination wichtig. 

Stereotests helfen, Probleme wie Strabismus (Fehlstellung der Augen), Amblyopie (Schwachsichtigkeit) und Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit der Augen zu erkennen, die die Tiefenwahrnehmung und den allgemeinen Sehkomfort beeinträchtigen können. Diese Tests sind besonders wertvoll, wenn Patienten über Symptome wie Doppeltsehen, schlechte Hand-Auge-Koordination oder Probleme beim Einschätzen von Tiefe berichten.

Kinderaugenheilkunde – Kinderärzte und Fachkräfte der frühkindlichen Gesundheitsvorsorge

Stereotests sind in der Kinderaugenheilkunde nützlich, wo die Früherkennung von Problemen des Binokularsehens die visuelle Entwicklung und die Lernfähigkeit eines Kindes erheblich und positiv beeinflussen kann. Wird ein eingeschränktes Stereosehen früh erkannt, können Optometristen, Ärzte und Gesundheitsfachkräfte Kinder bei Bedarf zur spezialisierten orthoptischen Versorgung überweisen. 

Orthoptische Praxen

In orthoptischen Praxen liegt der Schwerpunkt auf der Verbesserung des funktionellen Binokularsehens und der visuellen Koordination, wobei Orthoptisten beurteilen, wie gut die Augen zusammenarbeiten.  Stereotests werden eingesetzt, um Störungen des Binokularsehens wie Amblyopie (Schwachsichtigkeit), Strabismus und Konvergenzinsuffizienz zu beurteilen, zu diagnostizieren und ihre Behandlung zu steuern. Sie sind ein zentraler Bestandteil des laufenden Behandlungsplans der Patienten, der nicht-operative Maßnahmen wie Sehtraining, Okklusion oder Prismen umfassen kann.

Da sie die Steuerung und den Erfolg der Behandlung im Zeitverlauf unterstützen, sind Stereotests wertvoll bei Nachuntersuchungen nach der Behandlung: Sie liefern objektive Maße für die Verbesserung der Sehfunktion und stellen sicher, dass das Stereosehen erhalten oder wiederhergestellt wird. Der Frisby Stereotest ist oft der bevorzugte Test von Orthoptisten im Vereinigten Königreich und wird für zuverlässige Beurteilungen sowohl bei der Erstdiagnose als auch in der laufenden Patientenversorgung geschätzt.

Augenkliniken in Krankenhäusern

Werden bei Erstuntersuchungen Auffälligkeiten des Sehens festgestellt oder liegt eine bekannte Sehstörung vor, unterstützt der Frisby Stereotest Augenärzte als Instrument zur Diagnose und Behandlungssteuerung bei zugrunde liegenden Augenerkrankungen, die Binokularsehen und Tiefenwahrnehmung beeinträchtigen.

 

Warum die Prüfung des Stereosehens in der Optometrie an Bedeutung gewinnt

Früher wurde die Prüfung des Stereosehens bei routinemäßigen Augenuntersuchungen durch Augenoptiker oft vernachlässigt, da man glaubte, die neuronalen Bahnen des Gehirns für das Binokularsehen seien im Alter von 1 Jahr festgelegt und nach dieser frühen kritischen Phase lasse sich am Stereosehen kaum noch etwas verbessern.

Neue Forschungsergebnisse zur Neuroplastizität haben dieses Verständnis jedoch verändert. Heute ist klar, dass das Gehirn weit über die frühe Kindheit hinaus eine bemerkenswerte Fähigkeit behält, sich anzupassen und neue Verbindungen auszubilden. Probleme mit dem Stereosehen können daher oft durch Sehtraining und andere Behandlungen verbessert oder behoben werden.

Infolgedessen wird die Prüfung des Stereosehens in der Optometrie immer üblicher, insbesondere bei älteren Kindern und Jugendlichen, bei denen Interventionen nachweislich zu positiven Ergebnissen führen.

Auch Eltern, denen zunehmend bewusst ist, wie wichtig eine gute Tiefenwahrnehmung für den Erfolg ihrer Kinder in Schule, Sport und Alltag ist, treiben die Nachfrage nach diesen Untersuchungen voran. Indem Optometristen die Prüfung des Stereosehens in Routineuntersuchungen aufnehmen, spielen sie eine entscheidende Rolle dabei, Probleme des Binokularsehens zu erkennen und zu behandeln, die sonst unentdeckt bleiben könnten, und helfen so Kindern und jungen Menschen, ihr volles Sehpotenzial zu erreichen.